Abo
  • Services:

Vorinstallierte Suche im Firefox: Yahoo verklagt Mozilla wegen Vertragsverletzung

Die neuen Eigner von Yahoo verklagen den Firefox-Hersteller Mozilla, weil dieser den Vertrag für die vorinstallierte Suchmaschine gekündigt hat. Mozilla kontert mit einer Gegenklage und bestätigt implizit die überraschend guten Vertragsbedingungen zugunsten von Mozilla.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Lizenzzahlungen für die vorinstallierte Suchmaschine im Firefox ist die Haupteinnahmequelle von Mozilla.
Die Lizenzzahlungen für die vorinstallierte Suchmaschine im Firefox ist die Haupteinnahmequelle von Mozilla. (Bild: Sammy James Dodds, Mozilla in Europe, Flickr.com/CC-BY 2.0)

Mit der Veröffentlichung der Version 57 alias Quantum des Firefox-Browsers hat der Hersteller Mozilla standardmäßig nicht mehr die Suchmaschine von Yahoo, sondern die von Google vorinstalliert. Das gilt für die USA, Hongkong und Taiwan. Wie zuvor nur vermutet, bestätigt sich nun, dass Mozilla dafür den 2014 mit Yahoo geschlossenen Vertrag einseitig gekündigt hat. Das geht zumindest aus einer Klageschrift (PDF) hervor, in der Yahoo den Firefox-Machern sowohl die Kündigung selbst als auch die daraus folgende Nicht-Nutzung der Yahoo-Suche als eine Vertragsverletzung vorwirft.

Stellenmarkt
  1. BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH, Tübingen
  2. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg

Auf den Rechtsstreit macht Mozilla in seinem eigenen Unternehmensblog aufmerksam und weist dort darauf hin, dass die Klage von Yahoo wiederum mit einer Gegenklage (PDF) von Mozilla beantwortet wird. Der Firefox-Hersteller fordert weiter ausstehende Zahlungen ein, die offenbar auch ohne die Verwendung der Yahoo-Suche getätigt werden müssen. Mozilla verweist ebenso darauf, dass die Yahoo-Suche nicht die vertraglich vereinbarten Bedingungen erfüllt habe und deshalb der Vertrag gekündigt worden sei.

Besondere Ausstiegsklausel für Mozilla

Die Auseinandersetzung zwischen Yahoo und Mozilla ist wohl auf einige zusätzliche Bedingungen in dem Vertrag zurückzuführen. Diese sind in den aktuell verfügbaren Gerichtsdokumenten, anders als in den USA sonst üblich, geschwärzt. Im vergangenen Jahr hatte das US-Magazin Recode jedoch über eine einseitige Ausstiegsklausel zugunsten von Mozilla berichtet, wobei auch nach der Vertragskündigung weiterhin jährliche Zahlungen zu je 375 Millionen US-Dollar bis 2019 an Mozilla geleistet werden müssen.

Der öffentlich einsehbare Teil der Argumentationen scheint derartige Vertragsbedingungen zu bestätigen. Hauptstreitpunkt ist demzufolge ein sogenanntes Strategic Agreement beziehungsweise dessen Inhalt und Auslegung. Diese Zusatzvereinbarung ist unter anderem direkt mit der damaligen Yahoo-Geschäftsführerin Marissa Mayer ausgehandelt worden und sollte Mozillas langfristige Einnahmen auch im Falle einer Übernahme von Yahoo durch Dritte absichern. Ebenso verweist Mozilla explizit auf eine ausstehende Zahlung von Yahoo, die zum 1. Dezember 2017 hätten getätigt werden müssen, also auch nach der Kündigung des Vertrags.

Die neuen Eigner von Yahoo werden durch Mozilla deutlich kritisiert. In den Ausführungen heißt es: "Die Führung der Käufer von Yahoo bot keine Aussicht, keinen strukturierten, dokumentierten und geprüften strategischen Weg nach vorn und keine Zusicherungen hinsichtlich der Verpflichtung zur Verbesserung der Yahoo-Suche". Die neuen Yahoo-Käufer wiederum sehen ihre vertraglichen Verpflichtungen allerdings als erfüllt an.

Mozilla kündigt in seinem Blogeintrag an, weiter über die Auseinandersetzung zu informieren und Gerichtsdokumente in seinem Wiki bereitzustellen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote

maci23 07. Dez 2017

Für mich ist das Thema Yahoo erledigt. Die Suche findet nicht das was ich will, sondern...

maci23 07. Dez 2017

Für mich ist das Thema Yahoo erledigt. Die Suche findet nicht das was ich will, sondern...

elgooG 06. Dez 2017

Klage "zufällig" gleich nach Mozillas Gewinnmeldung (kwt)


Folgen Sie uns
       


Tolino Shine 3 - Hands on

Der Shine 3 ist der neue E-Book-Reader der Tolino-Allianz. Das neue Modell bietet einen kapazitiven Touchscreen und erhält die Möglichkeit, die Farbtemperatur des Displaylichts zu verändern. Der Shine 3 ist für 120 Euro verfügbar.

Tolino Shine 3 - Hands on Video aufrufen
Job-Porträt Cyber-Detektiv: Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen
Job-Porträt Cyber-Detektiv
"Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"

Online-Detektive müssen permanent löschen, wo unvorsichtige Internetnutzer einen digitalen Flächenbrand gelegt haben. Mathias Kindt-Hopffer hat Golem.de von seinem Berufsalltag erzählt.
Von Maja Hoock

  1. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix
  2. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp
  3. IT-Jobs "Jedes Unternehmen kann es besser machen"

Dark Rock Pro TR4 im Test: Be Quiet macht den Threadripper still
Dark Rock Pro TR4 im Test
Be Quiet macht den Threadripper still

Mit dem Dark Rock Pro TR4 hat Be Quiet einen tiefschwarzen CPU-Kühler für AMDs Threadripper im Angebot. Er überzeugt durch Leistung und den leisen Betrieb, bei Montage und Speicherkompatiblität liegt die Konkurrenz vorne. Die ist aber optisch teils deutlich weniger zurückhaltend.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Dark Rock Pro TR4 Be Quiets schwarzer Doppelturm kühlt 32 Threadripper-Kerne

Flexibles Smartphone: Samsung verspielt die Smartphone-Führung
Flexibles Smartphone
Samsung verspielt die Smartphone-Führung

Jahrelang dominierte Samsung den Smartphone-Markt mit Innovationen, in den vergangenen Monaten verliert der südkoreanische Hersteller aber das Momentum. Krönung dieser Entwicklung ist das neue flexible Nicht-Smartphone - die Konkurrenz aus China dürfte feiern.
Eine Analyse von Tobias Költzsch

  1. Flexibles Display Samsungs faltbares Smartphone soll im März 2019 erscheinen
  2. Samsung Linux-on-Dex startet in privater Beta
  3. Infinity Flex Samsung zeigt statt Smartphone nur faltbares Display

    •  /