Abo
  • Services:
Anzeige
Die Wikipedia warnt vor automatisch geflitertem Wissen
Die Wikipedia warnt vor automatisch geflitertem Wissen (Bild: Christian Schneider/CC-BY-SA 4.0)

EU-Urheberrechtsreform: Abmahnungen treffen "nur die Dummen"

Die Wikipedia warnt vor automatisch geflitertem Wissen
Die Wikipedia warnt vor automatisch geflitertem Wissen (Bild: Christian Schneider/CC-BY-SA 4.0)

Die geplanten Upload-Filter der EU-Kommission stoßen vielfach auf Kritik. Bei einer Diskussionsrunde von Wikimedia Deutschland gibt es jedoch auch Befürworter.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Sollen alle Internetportale mit nutzergenerierten Inhalten vorab sämtliche Beiträge auf Urheberrechtsverletzungen prüfen? Vor den Folgen dieser Pläne warnt unter anderem der Verein Wikimedia Deutschland, der eine gefilterte Wikimedia und hohe Kosten für die Bereitstellung der Filtersysteme befürchtetet. Auf einer Diskussionsveranstaltung am Dienstagabend (Video) verteidigte lediglich Jan Scharringhausen von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) das Konzept. "Wir müssen den Leuten mal beibringen, dass sie sich Gedanken machen und gegebenenfalls sich die Rechte besorgen", sagte der GVU-Geschäftsführer.

Anzeige

Die EU-Kommission schlägt in ihrem Entwurf zur Urheberrechtsreform vor, dass große Plattformen Maßnahmen wie "wirksame Inhaltserkennungstechniken" ergreifen, um beispielsweise das unzulässige Hochladen von geschützten Werken zu verhindern. Solche Upload-Filter nutzt schon Google bei der Videoplattform Youtube, um damit auch die lukrative Verwertung der Inhalte zu ermöglichen. Kritiker befürchten jedoch, dass eine Filterpflicht das Hochladen von erlaubtem Material verhindern könnte und die Nutzer dadurch in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt würden.

Sogar weißes Rauschen wird geblockt

Diese Position vertrat am Dienstagabend nicht nur der Wikimedia-Referent John Weitzmann, sondern auch Lina Ehrig vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Judith Steinbrecher vom IT-Branchenverband Bitkom und die von Brüssel aus zugeschaltete Europaabgeordnete Julia Reda. Steinbrecher warnte, dass die neue Pflicht nicht nur für große Plattformen wie Youtube, Flickr, Pinterest oder Instagram gelten würde, sondern auch für reine Hostanbieter wie Clouddienste, E-Mail-Dienste oder sogar Serviceprovider. "Die Liste ist sehr lang", sagte Steinbrecher.

Diese Inhalteerkennung müsse nicht nur bei Musik, sondern auch bei Videos, Texten, Fotos, Gemälden und Architektur funktionieren. Dabei müsse jeder Dienst mit Referenzdaten von Rechteinhabern operieren, sagte die Bitkom-Vertreterin. Daher seien beim Content-ID-System von Google schon rund 8.000 Rechteinhaber registriert. Eine kleine Plattform könne das jedoch nicht leisten. Zudem seien selbst die Google-Systeme sehr fehleranfällig und würden sogar "weißes Rauschen" als urheberrechtlich geschützt erkennen. Es gebe dazu vermutlich "eine unendliche Liste an Beispielen" und das Resultat wäre: "In dubio pro blocking."

Upload-Filter als Geschäftsmodell

Nach Ansicht von Reda könnte die geplante Regelung daher dazu führen, dass aus der Filterpflicht ein Geschäftsmodell für große Firmen wie Google wird, die solche Systeme bereits entwickelt haben. "Wenn unser Problem ist, dass Firmen wie Youtube und Facebook zu viel Macht haben und dass Algorithmen zu stark über das entscheiden, was im Internet passiert, dann kann doch die Lösung nicht sein, dass wir noch mehr Algorithmen einsetzen", sagte die Europaabgeordnete. Das eigentlich richtig wahrgenommene Problem, dass die großen Plattformen inzwischen zu viel Einfluss und Macht hätten, werde durch die Upload-Filter noch schlimmer gemacht.

Nach Ansicht des VZBV trägt der Vorschlag der EU-Kommission auch nicht dazu bei, das eigentliche Problem, die sogenannte Wertschöpfungslücke (Value Gap) zwischen Rechteinhabern und Plattformen, zu lösen. Ehrig fragte stattdessen, ob das "Verteilungsproblem" nicht eher zwischen Rechteverwertern und den eigentlichen Urhebern bestehe. Daher sei es fraglich, ob der Vorschlag tatsächlich das Problem löse. Zudem werde eine Blockade beim Hochladen vom Inhalten nicht dazu führen, dass die Rechteinhaber mehr Einnahmen erzielten.

Pauschalabgabe statt Krimminalisierung 

eye home zur Startseite
bombinho 18:02

Hallo Ralph, prinzipiell hast Du Recht. Wenn allerdings eine erhebliche Mehrheit der...

Themenstart

bombinho 18. Jan 2018

Ja, ich bin auch sehr dagegen, dass die Rechteverwerter immer und immer wieder damit...

Themenstart

h4z4rd 17. Jan 2018

Dafür brauchen wir aber keine Filter. Wenn sie das durchsetzten wollen, muss die GVU...

Themenstart

TC 15. Jan 2018

Naja, 100% sicher ists auch mit VPN nicht. Da wird ja regelmäßig mal einer hochgenommen...

Themenstart

Benutzer0000 15. Jan 2018

vpn kostet weniger als netflix denke ich und lohnt auf jeden fall mehr TOR tuts aber auch...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bosch Sicherheitssysteme GmbH, Grasbrunn bei München
  2. Heraeus infosystems GmbH, Hanau
  3. Verve Consulting GmbH, Köln
  4. Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein, Kiel


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Assassins Creed Origins 39,99€, Watch Dogs 2 18,99€, The Division 16,99€, Steep 17...
  2. mit Gutscheincode "PCGBALLZ" (-23%) 45,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Festnetz und Mobilfunk

    Telekom kämpft mit Zerstörungen durch den Orkan Friederike

  2. God of War

    Papa Kratos kämpft ab April 2018

  3. Domain

    Richard Gutjahr pfändet Compact-online.de

  4. Carsharing

    Drivenow und Car2Go wollen fusionieren

  5. Autonomes Fahren

    Alstom testet automatisierten Zugbetrieb

  6. Detectron

    Facebook gibt eigene Objekterkennung frei

  7. Mavic Air

    DJI präsentiert neuen Falt-Copter

  8. Apple

    Homepod soll ab Frühjahr 2018 in Deutschland erhältlich sein

  9. 860 Evo und 860 Pro

    Samsungs SSDs sind flotter und sparsamer

  10. Mozilla

    Firefox Quantum wird mit Version 58 noch schneller



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Microsoft: Großer Widerstand gegen US-Zugriff auf weltweite Cloud-Daten
Microsoft
Großer Widerstand gegen US-Zugriff auf weltweite Cloud-Daten
  1. Marktforschung Viele Android-Apps kollidieren mit kommendem EU-Datenschutz
  2. Loki App zeigt Inhalte je nach Stimmung des Nutzers an
  3. EOS Schweiz Daten von Zehntausenden Inkassokunden kompromittiert

Updates: Wie man Spectre und Meltdown loswird
Updates
Wie man Spectre und Meltdown loswird
  1. Hacker One Nur 20 Prozent der Bounty-Jäger hacken in Vollzeit
  2. Wallet Programmierbare Kreditkarte mit ePaper, Akku und Mobilfunk
  3. Fehlalarm Falsche Raketenwarnung verunsichert Hawaii

Ein Jahr Trump: Der Cheerleader der deregulierten Wirtschaft
Ein Jahr Trump
Der Cheerleader der deregulierten Wirtschaft
  1. Protektionismus Trump-Regierung verhängt Einfuhrzölle auf Solarzellen
  2. F-52 Trump verkauft Kampfjets aus Call of Duty
  3. Raumfahrtpolitik Amerika will wieder zum Mond - und noch viel weiter

  1. Re: Wieder online nach 27h

    LinuxMcBook | 00:21

  2. Re: M2

    ms (Golem.de) | 00:14

  3. Re: 8 Euro

    Teebecher | 00:09

  4. Re: Kein verlöteter Ram

    derstef | 00:03

  5. Re: Domains zu pfänden sollte verboten sein

    AlexanderSchäfer | 23.01. 23:56


  1. 18:19

  2. 18:08

  3. 17:53

  4. 17:42

  5. 17:33

  6. 17:27

  7. 17:14

  8. 16:14


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel